26.04.2021
Hilflosigkeit und Depression – So erleben Kinder und Jugendliche die Corona-Pandemie

Dass die Coro­na-Pan­de­mie sich nega­tiv auf das Wohl­be­fin­den der Schü­le­rIn­nen aus­wirkt, zei­gen jüngst erho­be­ne Stu­di­en. Die „Bil­dungs­in­itia­ti­ve 2021“, eine Grup­pe poli­tisch enga­gier­ter Jugend­li­cher, zeig­te auf, wie sehr die Umstän­de des Home­schoo­lings die Schü­le­rIn­nen belas­tet. Häus­li­che Gewalt, eine gestör­te Tages­struk­tur sowie ein gefühl­ter Kon­troll­ver­lust machen nur einen Teil des Erleb­ten aus.

Stu­di­en­erhe­bung durch die „Initia­ti­ve Bil­dungs­ge­rech­tig­keit 2021“ 

Unlängst enga­gier­ten sich die Ber­li­ner Jugend­li­chen des besag­ten Zusam­men­schlus­ses für die Wah­rung der Bil­dungs­ge­rech­tig­keit bei den dies­jäh­ri­gen Abschluss­prü­fun­gen. Tei­le der Kon­zep­te wur­den bereits vom Ber­li­ner Senat umge­setzt. Nun folg­te eine wei­te­re Daten­aus­wer­tung aus Umfra­gen wel­che zwi­schen Janu­ar und März 2021 erho­ben wur­den sowie aus 5368 E‑Mails, die zum The­ma „Home­schoo­ling“ an die „Initia­ti­ve Bil­dungs­ge­rech­tig­keit 2021“ eingingen.

Erst­zu­neh­men­de Ergeb­nis­se der Studie

Es zeigt sich, dass die Schü­le­rIn­nen das Home­schoo­ling als nega­ti­ven Ein­fluss wahr­neh­men: ins­ge­samt 79 % geben dies an. 73 % der Schü­ler erle­ben einen gefühl­ten Kon­troll­ver­lust in ihrem eige­nen Leben, der unter ande­rem durch eine nicht vor­han­de­ne Tages­struk­tur bedingt wird.
Die­se gestör­te Tages­struk­tur wirkt sich erheb­lich auf die vor dem Bild­schirm ver­brach­te Zeit aus. 46 % der Schü­le­rIn­nen ver­brin­gen wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie mehr als 8 Stun­den vor dem Bild­schirm und mehr als 62 % kla­gen über einen beein­träch­tig­ten Schlafrhythmus.

Die feh­len­de Prä­senz­zeit wirkt sich auf das Wohl­be­fin­den zuhau­se aus: Der über­wie­gen­de Teil der Kin­der und Jugend­li­chen emp­fin­det ein Unwohl­sein in Bezug auf ihre Lernumgebung.
Ernst zu neh­men ist hier­bei der Aspekt der „Kin­des­wohl­ge­fähr­dung“, der durch das ver­än­der­te Umfeld geför­dert wird. Der über­wie­gen­de Teil der Befrag­ten kennt min­des­tens eine, sogar meh­re­re von häus­li­cher Gewalt Betrof­fe­ne. Eine detail­lier­te Zusam­men­stel­lung ist dem Fall- und Mel­de­re­gis­ter zu ent­neh­men, wel­ches von der Initia­ti­ve Bil­dungs­ge­rech­tig­keit bereit­ge­stellt wird.

Die­sem Regis­ter ist zu ent­neh­men, dass beson­ders Depres­si­on infol­ge von Per­spek­tiv­lo­sig­keit sowie der Ver­lust einer sozia­len und schu­li­schen Anbin­dung vor­der­grün­dig sind. Das Gefühl von Per­spek­tiv­lo­sig­keit erle­ben 40 %, wobei wei­te­re 34 % die­ses Erle­ben mit „eher ja“ bestätigten.

For­de­run­gen der Akteure

Die „Initia­ti­ve Bil­dungs­ge­rech­tig­keit 2021“ tritt den Stu­di­en­ergeb­nis­sen mit For­de­run­gen ent­ge­gen, indem sie zum Bei­spiel die Bereit­stel­lung wei­te­rer Räum­lich­kei­ten für das Ler­nen sowie das Unter­rich­ten von Psy­cho­lo­gie im Unter­richt for­dert. Die psy­cho­lo­gi­sche Betreu­ung sowie der Schutz von Kin­dern und Jugend­li­chen sol­len ins­ge­samt aus­ge­baut werden.

Fazit

Zusam­men­fas­send zeigt sich, dass es den Schü­le­rIn­nen in Fol­ge der Coro­na-Kri­se an Lebens­zu­frie­den­heit man­gelt. Die Begrif­fe „Ein­sam­keit“, „Depres­si­on“ und „häus­li­che Gewalt“ kön­nen nur ober­fläch­lich beschrei­ben, was die Kin­der und Jugend­li­chen der­zeit erleben.

 

Quel­le:
Daten­aus­wer­tung zu den Fol­gen der Coro­na­kri­se bei Kin­dern und Jugend­li­chen – Initia­ti­ve Bil­dungs­ge­rech­tig­keit 2021.pdf

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