01.03.2019

AnlagenmechanikerIn für Sanitär‑, Heizungs- und Klimatechnik

© SHK-Kom­pe­tenz­zen­trum Ber­lin

Was­ser, Wär­me und Luft: Um die­se drei Begrif­fe dreht sich der Aus­bil­dungs­be­ruf Anla­gen­me­cha­ni­ke­rIn, den es seit 2003 gibt. Seit­dem ver­eint er die Beru­fe Zen­tral­hei­zungs- und Lüf­tungs­baue­rIn sowie Gas- und Was­ser­in­stal­la­teu­rIn­nen. Anla­gen­me­cha­ni­ke­rIn­nen sind heu­te nicht mehr weg­zu­den­ken, denn sie wer­den im gesam­ten Haus gebraucht.

Die Auf­ga­ben sind viel­fäl­tig und rei­chen vom Mon­tie­ren von Sani­tär­tech­nik in Bade­zim­mern, Kli­ma- und Lüf­tungs­an­la­gen, Hei­zun­gen und Block-Heiz­kraft­wer­ken über das Ein­rich­ten von Wär­me­pum­pen und ener­gie­spa­ren­den Solar­ther­mie­an­la­gen bis hin zur anschlie­ßen­den War­tung. Die Aus­bil­dung bie­tet nach Abschluss eine gute Per­spek­ti­ve, da die Berufs­grup­pe auf dem Arbeits­markt gefragt ist.

Angehende Anlagenmechaniker bei der Installation einer Solarthermie-Anlage / Bildquelle: ZVSHK

Trends und Ent­wick­lun­gen

Das Haus wird mitt­ler­wei­le als ener­ge­ti­sches Gesamt­sys­tem betrach­tet. Die The­men Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Umwelt­tech­nik spie­len im Zusam­men­hang damit im Bereich der SHK eine immer grö­ße­re Rol­le. Smar­te Tech­no­lo­gi­en ermög­li­chen zuneh­mend, dass sich die Tem­pe­ra­tu­ren eines Gebäu­des fle­xi­bel an die Umge­bung anpas­sen. Dadurch erge­ben sich Mög­lich­kei­ten der Ein­spa­rung von Kos­ten für Hei­zungs- und Kli­ma­an­la­gen.

Ein wei­te­rer Trend ist die Ver­net­zung von Gerä­ten wie Kühl­schrank, Herd, TV oder Ther­mo­stat. Hier wer­den Sen­so­ren ein­ge­setzt, die per Smart­pho­ne oder Tablet gesteu­ert wer­den und ent­spre­chen­de Signa­le wei­ter­lei­ten. So kön­nen von unter­wegs Lam­pen ein- und aus­ge­schal­tet, Wasch­ma­schi­ne und Trock­ner akti­viert oder die Hei­zung ange­stellt wer­den.

Das The­ma Gebäu­de­ma­nage­ment­sys­te­me ist noch rela­tiv neu im Aus­bil­dungs­rah­men­plan. Ange­hen­de Anla­gen­me­cha­ni­ke­rIn­nen SHK müs­sen nun Kennt­nis­se über Gebäudeleit‑, Rege­lungs — und Daten­aus­tausch­sys­te­me sowie über For­men der Fern­über­wa­chung von Gebäu­den erwer­ben. Ein gewis­ses tech­ni­sches Ver­ständ­nis und Auf­ge­schlos­sen­heit neu­en Tech­no­lo­gi­en gegen­über ist daher bei ange­hen­den Azu­bis gefragt.

Der Beruf ist bis­her lei­der noch ganz klar männ­lich domi­niert. Aus­schließ­lich 1,3 % der neu­en Azu­bis sind der­zeit Frau­en. Aller­dings hät­ten die­se laut Mar­ti­na Rösch, Aus­bil­dungs­ma­na­ge­rin der Innung SHK Ber­lin, beson­ders gute Leis­tun­gen und wür­den die Ent­schei­dung nicht bereu­en.

Bildquelle: ZVSHK

Was sind die täg­li­chen Auf­ga­ben von Anla­gen­me­cha­ni­ke­rIn­nen?

  • Bau, Instal­la­ti­on und War­tung von Sanitär‑, Hei­zungs- und Belüf­tungs­an­la­gen und ande­ren ver­sor­gungs­tech­ni­schen Anla­gen
  • Mon­ta­ge und Demon­ta­ge von Gas­in­stal­la­tio­nen, Rohr­lei­tun­gen, Heiz­kes­seln, Solar­an­la­gen
  • Kun­den­be­ra­tung sowie Dienst­leis­tung beim Kun­den vor Ort
  • Bera­tung zum Ein­satz von Umwelt­tech­nik und rege­ne­ra­ti­ven Ener­gi­en

Wie wird man erfolgreiche/r Anla­gen­me­cha­ni­ke­rIn?

Die Aus­bil­dung zur/m Anla­gen­me­cha­ni­ke­rIn SHK dau­ert in der Regel 3,5 Jah­re und schließt mit einer Gesel­len­prü­fung ab. Sie fin­det im Betrieb, in über­be­trieb­li­chen Aus­bil­dungs­stät­ten sowie in der Berufs­schu­le statt. Es besteht die Mög­lich­keit unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen wie bei­spiels­wei­se bei sehr guter Leis­tung die Aus­bil­dungs­zeit abzu­kür­zen. Wäh­rend der Aus­bil­dung zur/m Anla­gen­me­cha­ni­ke­rIn für Sanitär‑, Hei­zungs- und Kli­ma­tech­nik kannst du dich oft schon auf ein bestimm­tes Tätig­keits­feld wie Wär­me- und Kli­ma­tech­nik, Was­ser­tech­nik und erneu­er­ba­re Ener­gi­en spe­zia­li­sie­ren.

Seit dem Schul­jahr 2018/2019 hast du außer­dem die Mög­lich­keit die Aus­bil­dung in einem vier­jäh­ri­gen Aus­bil­dungs­gang mit zwei Abschlüs­sen zu machen: dem Gesel­len­brief und dem Abitur. Dabei behältst du den Sta­tus des Azu­bis, bekommst also auch eine Aus­bil­dungs­ver­gü­tung. Hier kann der Betrieb aller­dings wegen des hohen Schul­an­teils für die Ober­stu­fe etwas weni­ger bezah­len.

Bildquelle: ZVSHK

Wel­che Fähig­kei­ten sind wich­tig und wel­cher Schul­ab­schluss ist Vor­aus­set­zung?

  • mitt­le­rer Schul­ab­schluss erwünscht
  • Inter­es­se und Spaß an Mathe, Tech­nik und Phy­sik
  • räum­li­ches Vor­stel­lungs­ver­mö­gen
  • selbst­stän­di­ges Arbei­ten
  • hand­werk­li­ches Geschick
  • Team­fä­hig­keit

Wie geht es nach der Aus­bil­dung wei­ter?

Du kannst als Fach­ar­bei­te­rIn in Betrie­ben der Gas- und Was­ser­in­stal­la­ti­on, der Hei­zungs- und Kli­ma­tech­nik oder in Elek­tro- und Bau­in­stal­la­ti­ons­fir­men eine Anstel­lung fin­den.

Nach der Aus­bil­dung ste­hen dir außer­dem meh­re­re Mög­lich­kei­ten der Wei­ter­bil­dung und Spe­zia­li­sie­rung offen. So kannst du staat­lich geprüfte/r Tech­ni­ke­rIn in den ver­schie­de­nen Fach­rich­tun­gen (Sani­tär- , Maschinen‑, Lüftungs‑, Kli­ma- und Hei­zungs­tech­nik) wer­den, die Meis­ter­prü­fung able­gen oder ein Stu­di­um in den Berei­chen Faci­li­ty Manage­ment, Ver­sor­gungs­tech­nik oder Maschi­nen­bau absol­vie­ren.

Gehalt wäh­rend der Aus­bil­dung:

Quel­le: ZVSHK

Durch­schnitt­li­ches Ein­stiegs­ge­halt:

Das Ein­stiegs­ge­halt liegt im Raum Ber­lin der­zeit bei etwa 2000 Euro brut­to monat­lich. Aller­dings sind vie­le Betrie­be auf­grund des star­ken Fach­kräf­te­man­gels der­zeit auch dazu bereit ein höhe­res Ein­stiegs­ge­halt zu zah­len.

Hast du Lust auf den Beruf bekom­men? Dann schau doch mal auf fol­gen­der Sei­te:

https://www.zeitzustarten.de/berufe/anlagenmechaniker-shk/